Re: Deutsche und Polen in der Nähe von Zytomir

Waldemar Wolff @, Samstag, 10.11.2007, 01:00 (vor 6751 Tagen) @ Anna Sosna

Hallo Anna.

1924 gab es in der Ukraine 5 nationale deutsche Rajons, 1926 waren es 7.

Der einzige in Wolhynien deutscher Raion Pulin wurde wahrscheinlich 1929 organisiert. Er umfasste außer deutschen Selsowets (Dorfrat), zwei polnische (Koschelewsk und Radezko-Boljarsk), ein russischen, ein jüdischen und einige ukrainische Selsowets.

Im August-Oktober 1935 wurden die Rajons Pulin und Marschlewsk (polnischer) aufgelöst.

Anfangs 1935 begann die Planung der Vertreibung der Wolhyniendeutschen und Polen aus den 100km Grenzzone, und sofort wurden schon zwischen 20. Februar und 10. März 41650 Personen, oder 8329 Familien, aus Gebieten Kiew und Winniza nach Karelien, Sibirien und mittelasien verschleppt. Noch 1500 Familien, meistens Polen, wurden im Hebst 1935 rausgeschickt.

Am 25. Dezember 1935 traf das Politbüro des ZK KP(B)U eine Entscheidung über die Umsiedlung von 6-7 Tausend polnischen und deutschen Wirtschaften aus den Grenzgebieten. Die ersten dokumentarisch belegten Aktionen waren die Beschlüsse des Rates der Volkskommissare der UdSSR vom 23.Januar 1936 "Über due Umsiedlung aus der USSR (Ukraine) in die Kasachische ASSR" und vom 28. April 1936 "Über die Umsiedlung aus der USSR und der wirtschaftlichen Einrichtung von 15000 polnischen und deutschen Wirtschaften im Gebiet Karaganda der Kasachischer ASSR".

Ende 1935 und im Frühling 1936 wurden 16714 Personen aus den Grenzgebieten vertrieben. Die Deportation wurde in 2 Etapen ausgeführt. Die erste Etape wurde ausgeführt aus den Gebiten Kiew und Winniza zwischen 25. Mai und 10. Juni 1936. Im Gebiet Kiew waren betroffen Rajons: Gorodniza - 900 Wirtschaften, Olewsk - 560, Jarun - 693, Baranow - 608. Nowograd-Wolynskij - 556, insgesamt aus dem Gebiet Kiew - 3317 Wirtschaften. Die Umsiedlung setzte sich bis zum Herbst, teilweise auch noch 1937 fort. Aus der Ukraine wurden nach Kasachstan 14048 Bauernhaushalte im Bestande von 63976 Personen gebracht, davon Polen - 75% Deutsche - 23,4%, Ukrainer - 0,8%, übrige - 0,1%. Die Deportierten wurden dem NKWD unterlassen. Hier galten sie als "Arbeitssiedler", ware aber in wirklichkeit Verbannte. Die Umgesiedelten hatten Recht der Freizügigkeit nur im Rajon der Ansiedlung und darften die Siedlungsorte nicht verlassen. Von den hierher gebrachten Haushalten wurden 12008 Wirtschaften in dem Nord-Kasachstanischen Gebiet angesiedelt, darunter 9150 Wirtschaften in neuen Siedlungen und 2858 Wirtschaften in die bestehende Kolchose zugesiedelt. In dem Gebiet Karaganda wurden 2040Haushalten, darunter 1769 in neuen Siedlungen und 271 in den bestehende Kolchose angesiedelt. Wurden eingerichtet 31 Siedlungen im Nord-Kasachstanischen Gebiet und 6 im Gebiet Karaganda.

Die Verwaltung bestrebte sich die Polen und die Deutschen zusammen vermischt siedeln. Es ergab sich allmählich eine eigenartige russisch-polnisch-deutsce-ukrainische Umgangsprache.

Du kannst nachschauen (aber in Russisch):
http://www.memo.ru/history/deport/polyan1.htm
und gans wenig in:
http://www.memo.ru/HISTORY/nem/Chapter20.htm
http://demoscope.ru/weekly/2004/0173/analit06.php
http://memory.sakharov-center.ru/tb/0Main2.asp?BoomPart1D=806
http://new.hist.asu.ru/biblio/histdem/1.html

Waldemar


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