Hallo,
meine Großeltern und Mutter (Kunzewitsch, Holz, Ryll, Kunz) wurde Anfang 1940 von Alexandrowka Holendry nach Sagurki Kreis Turek umgesiedelt.
Leider habe ich keine Informationen von diesem Umsiedlungsort und von der Vertreibung von dort.
Ich habe erst wieder Informationen das die Frauen Trümmerfrauen in Berlin waren.
Zwischendurch muss meine Mutter Mutter in Pirna gewesen sein. Ein Lager oder so. Da gibt es ein Foto. Kann mir da jemand weiter helfen der vielleicht eine ähnliche Familiengeschichte hat?
Leider kann ich aus der Familie niemanden mehr fragen.
Gruß Max
Hallo Max,
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Gruß, Irene
Umsiedlung in das Warthegau
Max Haf
, Braunschweig, Mittwoch, 07.04.2021, 08:50 (vor 1829 Tagen) @ Max
Max Haf
Umsiedlung der Wolhyniendeutschen
Irene König
, Mittwoch, 07.04.2021, 12:02 (vor 1829 Tagen) @ Max Haf
Hallo Max,
zu dem Thema empfiehlt sich folgende Lektüre:
DÖRING, Stephan: Die Umsiedlung der Wolhyniendeutschen in den Jahren 1939 bis 1940.
(Dissertation). 398 Seiten, Illustriert.
Erschienen in: Band 3 - Schriftenreihe Militärhistorische Untersuchungen
Frankfurt am Main [u.a.]: Lang, 2001. ISBN 3-631-37720-7
Im Netz habe ich diese Diplomarbeit gefunden, die sich an viele Stellen auf DÖRING bezieht.
VOGT, Carina: „Heim ins Reich!“ – Die nationalsozialistische Politik gegenüber den sogenannten „Volksdeutschen“ und ihre Folgen.
https://core.ac.uk/download/pdf/11594077.pdf
Zwischendurch muss meine Mutter Mutter in Pirna gewesen sein. Ein Lager oder so.
In Pirna gab es laut DÖRING ein Lager auf Schloss Sonnenstein (Beobachtungslager der VOMI im Altreich im Januar 1940 mit Wolhyniendeutschen). Falls du noch keine Kopie der kompletten EWZ-Akte deiner Großeltern vorliegen hast, wäre es ratsam, diese im Bundesarchiv anzufordern. Sie könnte weitere Details zum Lebensweg der Großeltern enthalten.
Gruß, Irene
Umsiedlung der Wolhyniendeutschen
Max Haf
, Braunschweig, Mittwoch, 07.04.2021, 18:29 (vor 1829 Tagen) @ Irene König
Danke Irene!
Das Buch werde ich mir besorgen.
Und die Diplomarbeit gleich durchlesen.
Noch lebende Zeitzeugen die sich erinnern wird es wohl nicht mehr geben.
Gruß Max
Umsiedlung in das Warthegau
Änne Baudach
, Neulewin, Mittwoch, 07.04.2021, 17:58 (vor 1829 Tagen) @ Max
Hallo Max,
die Siedler aus Alexandrowka und den umliegenden Siedlungen Karolinka, Jana, Mazjarnja wurden von etwa Oktober-Dezember von der Umsiedlungskommission Wo I/15 erfasst. Die Umsiedlung (Aussiedlung) mit der Bahn erfolgte um den Jahreswechsel 1939/40. Dabei wurden Frauen und Kinder mit Zügen (einfache Viehwagen) bis zur Grenze - welcher von den vier für die Umsiedlung vorgesehenen Grenzübergängen das war, weiß ich noch nicht - und dann in deutschen Personenzügen nach Lodz bzw. Umgebung gebracht. Dort trafen sie etwa 04.01.1940 ein. Die Männer vieler Familien, ältere mithelfende Kinder, aber auch ganze Familien wurden mit einem Treck - Wagenkolonne einfacher Pferdewagen, pro Familie max. 2 Wagen - in den sehr eisigen Wintertagen Anfang Januar 1940 bis zur Grenze geleitet und dann von dort auch in Zügen bis Lodz bzw. Umgebung (= Zgierz, Zdunska Wola, Pabianice ...) gebracht. Aus dem Erfassungsgebiet Alexandrowka (Wo I/15 = Wolhynien/Ortsbezirk Rozyszcze/Erfassungsbereich Alexandrowka) wurden offiziell insgesamt 971 Personen aus 242 Familien (Herdstellen) umgesiedelt aus den einzelnen ca. 19 Orten waren das
Ort Herdstellen Personen
1 Aleksandrowka 128 524
2 Body 2 8
3 Janow 44 203
4 Janowka 1 1
5 Karolinka 21 83
6 Kupiczow 3 8
7 Licin 1 2
8 Lowiszcze 2 11
9 Micholowka 13 27
10 Miedzikow 4 22
11 Mizernia 3 14
12 Nery 1 2
13 Ozierane 4 6
14 Peresieka 3 16
15 Tuliczow 2 11
16 Werbizcno 1 1
17 Wiktorowka 5 19
18 Witoniez 1 1
19 Witowie 3 12
Wo I 15 gesamt 242 971
Nicht alle "deutschstämmige" Siedler - darunter auch die sog. BugHolendry - verließen damals (West)Wolhynien.
In Lodz (Litzmannstadt) wurden die Umsiedler, die dort und in der Umgegend in verschiedenen Lagern unterkamen, durch die EWZ (Einwanderer-Zentralstelle) "durchschleust" - d.h. erfasst, gesundheitlich und rassepolitisch begutachtet, fotografiert ...
Dort wurden auch die Stammblätter erstellt - in mehrfacher Kopie/Ausführung, da sie für die verschiedenen Stellen als "Kartei-Karten-System" dienten.
Da gleichzeitig auch Umsiedler aus Galizien nach Lodz gebracht wurden, waren die Erfassungskapazitäten schnell überfordert. Manche Siedler wurden dann an andere Orte (Lager) gebracht und dort erfasst/durchschleust.
Im organisatorischen Ablauf der Umsiedlung wurden die Siedler oftmals an verschiedene Orte gebracht. So ist (heute) bekannt, daß die sog. BugHolendry aus den verschiedenen Wolhynischen Orten teilweise bis zum Sommer/Herbst 1940 in Lagern der Altreiches waren: um Nürnberg, in Teschen, Pirna, Stahnsdorf, Lichtenrade, Soland, ...
Nach der Erfassung und dem Antrag auf Einbürgereung wurde über die Einbürgerung ins "Deutsche Reich" entschieden. Auch dabei hatten verschiedene Stellen mitzureden.
Über die sog. BugHolendry, in den Dokumenten auch als Holländer/Hauländer bezeichnet, wurde speziell entschieden, ob sie als "deutschstämmige" Siedler anerkannt werden, da sie oftmals schlecht oder gar nicht deutsch sprachen. Daher verzögerte sich ihre "Ansiedlung" im Warthegau zusätzlich.
Die wolhynischen Siedlerfamilien wurden dann größtenteils im Warthegau angesiedelt. Sie erhielten polnische (enteignete) Höfe, die oftmals größer waren als ihre vordem. Dort wirtschafteten sie bis etwa Januar 1945.
Der Ort Sagurki, Post Quillern, Kreis Turek ist auf folgender Karte zu finden
http://maps.mapywig.org/m/WIG_maps/series/025K_german/4127_I_Ljubolja_XI.1944.jpg
Die Kol. Sagurki liegt etwas südöstlich von Ljubolja - unten links auf der Karte.
Am 16.01.1945 begann die Offensive der Roten Armee auf polnischem deutsch besetztem Gebiet. Es folgte die Flucht und für die es nicht rechtzeitig vor der Front über Oder und Neiße schafften, schwere Jahre im Polen der Nachkriegszeit.
Ich hoffe, daß ich etwas helfen konnte
Gruß
Änne
Umsiedlung in das Warthegau
Ulla Schulte
, NRW, Donnerstag, 08.04.2021, 20:57 (vor 1828 Tagen) @ Änne Baudach
Änne, danke für den Informativen Beitrag.
Ich habe ihn gerne gelesen.
Schöne Grüße, Ulla
Umsiedlung in das Warthegau
Esther - Diana Menke
, Samstag, 24.04.2021, 21:08 (vor 1812 Tagen) @ Änne Baudach
Gibt es eine datenbank in der man nach dem Ort oder Hof Suchen kam der Familien zugeordnet waren ? Wir haben die Information das unsere Oma Natalie Schulz dem “ Haus 25 in Wartbrücken“ und danach einem Hof in Turek zugeordnet waren.
Danach verliert sich vollkommen die Spur von ihr und ihren 14 und 10 Jahre alten Mädchen. Der Stiefvater war im Arbeitslager. Da müsste doch noch jemand anders geholfen haben ? Wir kommen einfach beim Verbleib nicht weiter 
Kontaktaufnahme
Max Haf
, Braunschweig, Montag, 12.04.2021, 13:09 (vor 1824 Tagen) @ Max
Hallo Ruth,
Bitte melde Dich noch einmal.
Ich kann auf Deiner Mail nicht antworten da ich keine Mailadresse habe.
Gruß Max
Hallo Max,
in diesem Thread gibt es gar keine Ruth
Auf Benachrichtigungsmails, die das System verschickt, kann man nicht antworten. Sie dienen lediglich der Benachrichtigung über neue Postings.
Du kannst aber mit jeder Person Kontakt aufnehmen, wenn es ein Briefumschlag-Symbol neben dem Namen gibt. Wer darauf klickt, gelangt zu einem Kontaktformular. Auf korrekte Eingabe der eigenen Emailadresse achten.
Gruß, Irene
